Genossengeschlechter

Bei der Überprüfung der bisher aufgeführten Jahrzahlen für die erste urkundliche Erwähnung oder betreffend die Einbürgerung der Genossengeschlechter, ergaben sich Fragen. Weil es damals nur eine Kolonne für die Jahreszahlen gab, wusste man bisher nicht, ob diese nun für das Jahr der ersten Erwähnung oder für jenes der Einbürgerung stand. Des weitern ist zu ergänzen, dass man auch heute noch nicht in jedem Fall beide Daten kennt.

Für die Geschlechter Barmettler und Odermatt stand im alten Verzeichnis die Jahrzahl 1879. Bei beiden Geschlechtern liegt die erste Erwähnung um Jahrhunderte weiter zurück und eine Einbürgerung als Genossenbürger fand um 1879 längst nicht mehr statt. Diese Zahl kann mit diesen Überlegungen somit keine Rolle spielen.

Über die Inhaltsregister zu den Familienregistern des Zivilstandsamtes wurde versucht herauszufinden, wie stark die selteneren Geschlechter noch vertreten sind. Für das Geschlecht Meyer wurden so keine Anhaltspunkte eines männlichen Nachkommen entdeckt. Vom Geschlecht Odermatt weiss man, dass mit Nationalrat Gottfried Odermatt der letzte seiner Linie verstarb. Der vermutlich letzte Ennetbürger Hug (mit Vorname Jakob), verstarb am 30.11.1942 kinderlos. Die Geschlechter Blum und Stulz sind auswärts noch in sehr geringer Zahl zu finden.

Was sagt uns der Begriff "Stamm"? Über alle alten Nidwaldner Geschlechter existiert ein sogenanntes Stammbuch. Es enthält alle Nachkommen eines bestimmten Stamm-Elternpaares. Ein Stammbuch reicht maximal bis etwa ins 16. Jahrhundert zurück. Es ist aber möglich, dass schon damals bei verschiedenen Trägern desselben Namens die verwandtschaftlichen Zusammenhänge nicht mehr bekannt waren. So wurden je die ältesten bekannten Vorfahren zu Stammeltern eines eigenen Stammes. Diese Stämme wurden zur Unterscheidung mit römischen Zahlen nummeriert. Nicht alle Stämme eines Namens waren Bürger der gleichen Uerte. Ein typisches Beispiel liefert der Familienname Blättler. Den ersten Stamm bilden die Wolfenschiesser, den zweiten die Stanser, den dritten die Buochser, den vierten die Ennetbürger Blättler. Dazu kommen noch acht Hergiswiler Stämme! Im Gegensatz dazu stehen die Odermatt. Dieses weitaus grösste Geschlecht Nidwaldens lässt sich auf ein einziges Stammelternpaar zurückführen. Trotzdem wurden einzelne Abkömmlinge auch ausserhalb von Dallenwil Korporationsbürger, so beispielsweise in Buochs, Ennetbürgen und Stans. Man spricht dann etwa von der "Stanserlinie".

Die Sammlung der Nidwaldner Geschlechterwappen wir Ihnen vom Nidwaldner Staatsarchiv online und kostenlos zur Verfügung gestellt:

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